Zumindest bis zum Erscheinen des von Microsoft ersonnenen Project Natal, welches eine Spielsteuerung mittels Gesten praktikabel machen will, sind Videospieler darauf angewiesen, ihre Befehle der Konsole über das Medium Controller zu übermitteln. Farbe und Beschaffenheit, Optik und Haptik, Größe, Form und Preis des Steuerungswerkzeuges sind dabei Kriterien, die über Erfolg und Misserfolg eines Videospielesystems ein gewichtiges Wort mitzusprechen haben. Das handliche Pad des Super Nintendos weckt nostalgische Gefühle, während die mangelnde Ergonomie des Dreamcast-Controllers noch heute Fragen aufwirft. Untrennbar mit der Wichtigkeit des Eingabemediums verbunden bleibt die Glaubensfrage, ob nur auf originale Hardware des Konsolenherstellers vertraut werden sollte, oder ob die oft preisgünstigeren Alternativen unzähliger Dritthersteller eine echte Option darstellen.

Snakebyte bringt mit dem in mehreren Farben erhältlichen Remote XS Controller ein Produkt in den Handel, welches durch überdachte Änderungen am Originalkonzept auf sich aufmerksam machen möchte. Ein an der Oberseite des Geräts angebrachter Sync-Button ermöglicht die vereinfachte Herstellung einer gemeinsamen Kommunikationsbasis zwischen Konsole und Remote – ohne erst umständlich die Batteriefachabdeckung entfernen zu müssen. Für Spieler, die auch bei Freunden nicht auf ihr gewohntes Werkzeug verzichten möchten oder können, eine erfreuliche Innovation.
Ebenfalls für die mobile Fraktion sehr sinnvoll ist die Möglichkeit, die Remote als Speicherinstrument für persönliche Einstellungen und Miis zu verwenden. Legt man die für die Zielgruppe sicher verlockende Farbgebung (die neben Weiss und Schwarz auch ein fröhliches Pink offeriert) und den gegenüber der Nintendo-Hardware günstigeren Preis mit auf die Waagschale, so scheint der Remote XS Controller eine klare Empfehlung wert zu sein.
...unsauber abschließende Kanten ritzen in empfindliche Spielerhände...
Doch Mängel in der Fabrikation des praktischen Instruments verhindern leider, dass aus der Alternative zum Original eine gute Alternative werden kann. Die gummierten Buttons machen schon beim ersten Probespielen einen zwar nicht weniger exakten, aber weit weniger edlen Eindruck als gewohnt. Das Plastik fühlt sich glatter an und macht die Applikation des eigentlich immer belächelten Wriststraps zur Pflicht. Praktischerweise liegen der Verpackung gleich zwei solcher bildschirmrettender Utensilien bei.
Letztendlich sorgt eine unprofessionelle Verarbeitung der Batteriefachabdeckung für Verdruß – unsauber abschließende Kanten ritzen in empfindliche Spielerhände und wirken billig. Schade um kluge Verbesserungen im Detail, aber eine nicht zufriedenstellende Verarbeitung verwehrt dem Remote XS Controller eine zum Original konkurrenzfähige Position.