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Scribblenauts

Endlich einmal die Herausforderungen, die ein Spiel bietet, ganz eigenständig angehen und lösen – wer träumt nicht davon? Scribblenauts mit seiner erfrischenden Gameplay-Grundidee will dieser Titel auf dem Nintendo DS sein. Was es mit der spielerischen Freiheit tatsächlich auf sich hat, verrät unser Kritik.
Von Rudolf Inderst
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Wenn es etwas gibt, mit dem sich Entwicklerstudios und Publisher gleichermaßen gerne schmücken, wenn es um deren Produkte geht, dann sind es die so genannten „frische, unverbrauchten Spielideen“. Und tatsächlich kann es als großes Plus gewertet werden, wenn Spiele Kreativität und Phantasie gleichwohl fordern und fördern, um aufgegebene Rätsel zu lösen.

Scribblenauts ist ein solch neues Spielerlebnis. In dem Nintendo DS-exklusiven Titel verwenden die Spieler den Touchscreen des Nintendo DS, um mithilfe von Touchpen, Notizblock und jeder Menge Fantasie mannigfache Puzzles zu lösen. Ziel ist es, dem Charakter Maxwell dabei zu helfen, knifflig platzierte Starite in jedem Level zu erhalten. Um diese zu bekommen, notieren die Spieler das Wort für ein Objekt, das sie zum Lösen des Rätsels benötigen. Jedes Objekt verhält sich so, wie es sich auch in der realen Welt verhalten würde. Die Spieler können zahlreiche Objekte kombinieren, um ganz neue Szenarien zu erschaffen – und zwar in über 200 Level und zwei Spielarten.
Konkret könnte dies bedeuten, dass zum Beispiel eine Katze auf einem Baum sitzt, und der Spieler das possierliche Tierchen irgendwie von diesem herunterbekommen muss. Der Lösung sind (fast) keine Grenzen gesetzt: Er könnte eine Säge erscheinen lassen. Vielleicht mag er aber eine Leiter lieber? Oder wie wäre es mit einem Helikopter, um die Katze abzugreifen?
Durch die sehr unpräzise Steuerung ist Frustration beim Spieler vorprogrammiert
Die Entwickler haben Scribblenauts auch einen Level-Editor spendiert. Mit diesem kann man entweder ein vorhandenes Level verändern oder gleich eine komplett leere Welt mit Leben füllen. Zehntausende von Gegenständen, Tieren und Figuren fanden so ihren Weg in Scribblenauts. Die Grafik erinnert dabei stark an Kinderzeichnungen, was perfekt zu der einfachen Zugänglichkeit des Titels zu passen scheint. Beschränkungen sind allerdings Teil des Programms: Scribblenauts ist als Familienunterhaltung konzipiert, daher fand in das Spiel keine „erwachsene Semantik“ ihren Weg. Alles, was die Anrüchigkeit des Vulgären mit sich bringt, hat in Scribblenauts keinen Platz. Ein Titel, welcher die vorhandene, amüsante Spielmechanik aufgreift, aber auch reifere Lösungswege zulässt, wäre ein größerer Gewinn – aber wer weiß, vielleicht kommt ja ein USK-18 Sequel?
Kopfzerbrechen bereitet auch die teilweise sehr unpräzise Steuerung, die dafür sorgt, dass einzelne Level unfreiwillig immer wieder von vorne angegangen werden müssen. Allzu fummelig gerät das ausschließlich über den Stylus abgewickelte Steuern – die Figuren und Gegenstände sind auf dem Screen nicht scharf genug voneinander getrennt. Ärgerlich, wenn ein zuvor mühsam aufeinander gestapelter Turm aus Stühlen, Autoreifen und Baumstämmen in Sekundenbruchteilen gegen Boden stürzt, nur weil man unbeabsichtigt den falschen Gegenstand berührt hat. Eine mögliche Lösung wäre hier gewesen, die Items vor der Interaktion zunächst durch eine Art Doppelklick auswählen zu müssen oder kurzerhand die Steuerung der Spielfigur direkt auf das gute alte Steuerkreuz auszulagern. Ist das Kind sprichwörtlich allerdings erst einmal in den Brunnen gefallen, ist es leider schon zu spät: Da Einführungssequenzen zu Beginn eines Levels nicht einfach übersprungen werden können, um sofort zum wiederholten Male loslegen zu können, ist Frustration beim Spieler vorprogrammiert. Mit dem Charme einer ewig langen Liftfahrt, kommt zudem die Musik von Scribblenauts daher: Schon nach fünf Minuten hat man eigentlich schon genug von ihr und schiebt den Lautstärkeregler des DS auf Null.
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Rudolf Inderst meint:
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Prinzipiell begeistert mich Scribblenauts: Es ist eine kleine und liebevoll gestaltete 2D-Welt, die ich als Spieler mit allerlei sprachlichem Blödsinn füllen kann. Gibt man mir als (erwachsenem) Spieler allerdings den kleinen Finger, greife ich nach der ganzen Hand: Die rigide sprachliche Bevormundung im Sinne einer kindgerechten Aufmachung macht wenig Spaß. Hinzu kommt die ungenaue Steuerung, die nicht selten zu Schreikämpfen führt. Dennoch lobe ich die unverbrauchte Spielidee, die dafür sorgt, dass der Titel auch länger interessant bleibt und immer wieder in den DS wandert.
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Richtlinie | Kritiken spiegeln das persönliche Spielerlebnis des Redakteurs wider und erheben keinen Anspruch auf Objektivität. |
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