Halloween: Ein Horrorportfolio für Konsolen

Nebel zieht auf, Schatten werden länger und die Wölfe heulen angsteinflößend. Unser Grusel-Special pünktlich zu Halloween ist da genau die richtige Lektüre. Von Rudolf Inderst Eingestellt: 24.10.2009 06:07

Pünktlich zum unheimlichsten aller neudeutschen Tage, Halloween, möchte ich einen Blick auf das aktuelle Horrorgeschehen auf Konsole werfen. Zwar ist es momentan etwas ruhiger geworden um das Genre – immerhin liegt die Veröffentlichung des Horroractiontitels Resident Evil 5 schon eine Weile zurück – aber (un-)tot ist es noch lange nicht. Egal, ob Halloween oder nicht, das Horrorgenre hat es als interaktive, digitale Unterhaltung nicht leicht: Mögen schon die vielen First Person Shooter die Gemüter im Zuge einer polemisch geführten Gewaltdebatte an den Rand des "Kragenplatzens" bringen, so sorgen nicht selten blutreiche Horrorspiele für blankes Entsetzen.

Natürlich sind Nuancierungen notwendig: Nicht immer geht es schließlich um den dampfenden Darm in der Hand des Untoten – durchaus existieren Spiele, die man eher als spannungsgeladen, unheimlich, verstörend oder mysteriös bezeichnen könnte. Schließlich ist aber auch eine Kombination aus beiden Ansätzen möglich. Die folgenden Titel sollen uns die ungastliche Herbstzeit voller Spuknebelschwaden und unheimlicher Rabenaugen versüßen wie eine gut zubereitete und wohlschmeckende Kürbissuppe.

Konami, bekannt für die erfolgreiche Survival Horror-Reihe Silent Hill in etwa, wird uns bald mit einem weiteren Third-Person Abenteuer für Freunde der härteren Gangart beglücken. Es handelt sich um eine Adaption der Saw Filme. Obwohl das Spiel durchaus als Marketinginstrument zum bald erscheinenden sechsten Saw Teil gewertet werden kann, soll das Spiel eine komplett andere Geschichte bieten. Der Jigsaw-Killer lässt in der Adaption den Spieler als den Polizisten David Tapp finstere Korridore und Räume erkunden. Dabei stößt die Figur immer wieder auf die serientypischen Fallen, aber auch NPCs unterschiedlicher Gesinnung. Es bleibt abzuwarten, in welcher Weise sich die Spielemacher mit der kontrovers geführten Diskussion um die Vorlage beschäftigt haben. Schließlich gibt es nicht wenige Stimmen, die die Saw Filme als "torture Born" bezeichnen. Unter dem Vorwand, das eigene Leben (wieder) schätzen zu lernen, werden den Filmfiguren grafisch äußerst detailliert größte physische Qualen bereitet.

die blutige Romantik einer Metzgerinnung

Einen anderen Weg schlägt der Lightgun-Shooter Dead Space Extraction ein. Der Wii-exklusive Titel versucht, offensichtlich den Genrekonventionen geschuldet, weniger, eine perfide Atmosphäre des subtilen Schreckens zu etablieren, sondern erlangt durch die taktische Möglichkeit des Gliedmaßenzerstückelns (abseits aller shootertypischen Konditionierung auf one hit, one kill headshots) die blutige Romantik einer Metzgerinnung. Die bisherigen Bilder versprechen ein technisch sauberes, grafisch ansprechendes Wii-Spiel, bei dem jedoch viele Spieler die ungemein dichte Atmosphäre des großen Bruders vermissen werden. Auch der mittlerweile zu Tode ge-remake-te J-Horror darf zu Halloween noch einmal seine Überzeugungskraft in Form eines Spieles Wii-exklusiv unter Beweis stellen. JU-ON: The Grudge soll den Spielern ordentlich das Fürchten lehren und benutzt dazu einen einigermaßen cleveren Trick, der das verursachte Grauen des Titels plausibel quantifizierbar macht. Die zahlreichen kleinen und größeren Schockmomente, die das Spiel in seinem Verlauf aufbietet, sorgen für panische Schreckmomente, in denen der Spieler – je nach Nervenstärke – entweder vollkommen cool reagiert oder blitztraumatisiert mit dem Controller in der Luft herumfuchtelt. Diese Bewegungen fließen in die Bewertungen des Spiels ein. Je gelassener die Reaktion, desto höher sind auch die Überlebenschancen der Spielfigur.

Natürlich stellen diese Spiele nur eine kleine Auswahl der Horrortitel dar, die in der nächsten Zeit spätjugendliche sowie erwachsene Spieler erfreuen werden. Am Horizont lauern selbstverständlich noch Titel wie Left 4 Dead 2 oder das gar nicht mehr verschollene Dead Island. Die Beliebtheit des Genres wird auch in Zukunft dafür sorgen, dass die Produktion keineswegs in den fauligen Schlünden gieriger Zombiemäuler enden wird.

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