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Wird Little BigPlanet erfolgreich sein? Ein Pro und Contra.

Gute Jump’n’Runs à la Super Mario Galaxy sind rar gesät. Hat Sony Computer Entertainment mit LittleBigPlanet einen Titel im Programm, der dem Genre neue Impulse verleiht? Roman Mandelc und der Ladenhüter sind da ganz unterschiedlicher Meinung.
Von Thomas Miller
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Roman Mandelc meint:
Noch ist eine abschließende Beurteilung unangebracht, der derzeit stattfindende Beta-Test zeigt nur einen Bruchteil des fertigen Produkts. Trotz aller noch zu entdeckenden Features kann man schon jetzt sagen, dass LittleBigPlanet mindestens ein gutes, vielleicht sogar überragendes Spiel wird. Doch alles der Reihe nach.
...LittleBigPlanet [wird] für jeden etwas zu bieten haben...
Schon vor dem Start des ersten Levels sticht die liebevolle Gestaltung ins Auge, vom innovativen Intro bis zur Gestaltung der Benutzeroberfläche, Sonys Vorzeigetitel präsentiert sich von seiner besten Seite. Das Artdesign und die Präsentation sind eine Klasse für sich: Es gibt keine billigen Standbilder oder halbherzig produzierte Tutorials. Die Entwickler haben wirklich ihr Herzblut in dieses Werk gesteckt, hochwertige Texturen, professionelle Sprecher, liebevoll gestaltete Figuren und hochwertige Sounds zeugen von dem Eifer der Designer. Ein gutes Beispiel ist die wunderbar integrierte Sixaxis-Steuerung: Durch die Bewegung des Controllers kann man den Kopf der Hauptfigur in alle Richtungen neigen, drückt man eine Richtungstaste auf dem Digitalkreuz, kann man die Stimmung beeinflussen: Sauer, entsetzt, fröhlich und neutral – selten gab es in Spielen einen derart sensationellen Anblick, den man einfach gesehen haben muss.
Die grafische Qualität ist, wie es sich für einen der wichtigsten Titel des Jahres gehört, ‚State of the Art’. Die Texturen sind extrem scharf, viele Details sieht man selbst bei erhöhtem Zoomfaktor bestens. Das Gesamtwerk aus kunstvollem Design, hochwertiger Technik und Detailbesessenheit wirkt wie aus einem Guss. Dieser Faktor trägt enorm zur Spielerfahrung bei und motiviert, anhand des komplexen Editors, eigene Level zu kreieren. Dieser präsentiert sich extrem umfangreich und kann bei den ersten Schritten leicht überfordernd wirken. Will man einen guten Abschnitt erstellen, muss man schon einige Zeit investieren. Es ist anzunehmen, dass die meisten Käufer von diesem Werkzeug Abstand nehmen werden, Profis bekommen hingegen einen Zeit fressenden Modus spendiert, der in der Modding-Szene einschlagen dürfte.
Das Leveldesign dürfte selbst den Kauf als reines Singleplayer-Spiel rechtfertigen. Sind die ersten Schritte im Spiel noch einfach und zum Erlernen der Steuerung gedacht, kommen bereits im zweiten Level einige interessante Spielereien auf den Spieler zu, die für die weiteren Abschnitte einiges erwarten lassen. Das kleine Sack-Stoff-Wesen, der individuell gestaltbare Protagonist des Spiels, muss einen Durchgang öffnen, der versperrt ist. Die einzigen Hilfsmittel bestehen aus einem Jetpack und schweren Fässern. Mittels R1 hält man sich an einem der Fässer fest und fliegt dieses in einen Behälter, der weiter oben an einem Seil hängt. Nach einigen Flügen sind genug Gegenstände in dem Behältnis, um dieses zu senken und den Weg freizugeben. Sollten es die Entwickler schaffen, diese und andere Physikspielereien in ein spaßiges Rätselkorsett zu zwängen, steht einem Tophit nichts mehr im Weg.
Mit einer gelungenen Steuerung steht und fällt ein Spiel: LittleBigPlanet wirkt im ersten Moment etwas träge, im Kontext des gesamten Spieldesigns ergibt die Steuerung durchaus Sinn. Alle Gegenstände, mit denen man interagieren kann, haben eine ähnliche Physik – das Gesamterlebnis ist stimmig und geht nach einer kurzen Eingewöhnungsphase gut von der Hand. Ein typisches Problem von Spielen dieser Art ist die nicht perfekte Steuerung beim Wechseln der drei vorhandenen Tiefen-Ebenen. Oftmals macht man Spielzüge, die nicht wirklich geplant waren. Verschmerzbar, dennoch störend, wenn man deswegen nicht auf Anhieb beispielsweise auf einen Würfel springt sondern stattdessen vorbei hüpft.
Auch Online wird LittleBigPlanet seine Fans finden: Zu viert Levels absolvieren, eigene Kreationen entwerfen und andere Werke bewerten. Sollten alle Features auch in der Verkaufsversion einwandfrei funktionieren, wird LittleBigPlanet für jeden etwas zu bieten haben: Einen tollen Singleplayer-Abschnitt, Individualisierung bis ins kleinste Detail und Mehrspielerspaß, der in diesem Genre noch nicht in dieser Form vorhanden war. |
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Der Ladenhüter meint:
Sind gute Jump`N´Runs wirklich so rar, wie es der ein oder andere behauptet? Eigentlich nein, wenn man sich mal ansieht, was in den vergangenen 2 Jahren in diesem Bereich systemübergreifend auf den Markt geworfen wurde. Problem des einstigen Vorzeige-Genres ist, dass die Käuferschicht mit den Jahren immer kleiner wurde. Man sollte der Realität ins Auge sehen: Jump´N´Runs sind einfach keine Games mehr für die Masse. Umso erstaunlicher, dass Sony so viel Hoffnung und Geld in LittleBigPlanet investiert.
LittleBigPlanet ist ein süsses Spielchen, welches mit falschen Erwartungen auf der falschen Konsole erscheint.
Ist LBP also nun ein Systemseller? Ein Heilsbringer, der neue Käuferschichten für die PS3 erschliessen kann? Ich meine: Nein! Das fängt schon beim Intro an, welches eher an eine Apple-Werbung erinnert, als an ein cooles Game für die PS3. Hey Sony! Wir reden hier von der PlayStation 3. DER eigentlichen Konsole für die Masse. Man fragt sich, wer hier angesprochen werden soll. Pädagogik-Studenten? Junge Eltern? WG-Bewohner? Wii-Zocker? Am ehesten scheint das Spiel noch den Nerv der absoluten Hardcore-Gamer zu treffen. In den einschlägigen Foren las man schon zu Zeiten der Beta-Version hauptsächlich überschwängliche Tests, die allerdings relativ voreingenommen zu sein schienen. Oftmals war her der Wunsch Vater des Gedankens, denn die Core-Gamer vergessen auch allzu schnell, dass sie die Ausnahme sind und der Markt meist anderen Gesetzen unterliegt, als sie es sich wünschen.
Kommen wir aber zurück zum eigentlichen Spiel: Das A und O eines guten Jump´N´Runs ist und bleibt die Steuerung. Und genau hier überzeugt LBP nicht wirklich. Zu schwammig, zu ungenau. Sterben ist an manchen Stellen im wahrsten Sinne des Wortes vorprogrammiert. Spieler, die schnell zur Frustration neigen, werden wohl schon nach relativ kurzer Zeit den Sixaxis-Controller zur Seite legen und dabei den Kopf ihres Sackboys zu Boden schauen lassen. Ja zugegeben, man kann viel mit den kleinen Kerlchen machen wenn man den Controller schüttelt. Man kann sie auch relativ frei gestalten, ihre Emotionen verändern und am Ende dann mit Ihnen durch eine zu kleine Anzahl von enthaltenen Leveln hüpfen. Auch die Grafik wurde mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Aber reicht das für den Status eines Systemsellers wirklich aus?
Sony hat aber noch einen Trumpf in der Hinterhand: LBP verlässt sich auf die Online-Community. Eigentlich war die auf der PS3 bis dato noch nicht wirklich existent. User können aber jetzt ihre eigenen Level erschaffen und sie anderen Spielern zur Verfügung stellen. Allerdings ist dieser Editor nur etwas für Leute, die viel Zeit und Nerven haben, denn leicht zu bedienen ist er nicht. Dafür aber lassen sich wirklich sehr komplexe und beeindruckende Ergebnisse erzielen.
Was bleibt also unterm Strich? LittleBigPlanet ist ein süsses Spielchen, welches mit falschen Erwartungen auf der falschen Konsole erscheint. Auf der PlayStation verkauft man Metal Gear, Gran Turismo, Resident Evil, Tekken und GTA. Das mag engstirnig von mir gedacht sein, aber es ist eine Tatsache. Oder wie kann mir jemand erklären, warum unsere Kunden fast doppelt so viele Midnight Club L.A. vorbestellt haben, als LBPs? Wenn Sony tatsächlich die Nachfrage beim Casual Gamer ankurbeln will, dann muss jetzt die Marketing-Maschine angeworfen werden. Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Little Big Planet ist gut, aber es ist nicht der neue Videospiele-Messias, für den es manche halten. |
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| Gute Jump’n’Runs à la Super Mario Galaxy sind rar gesät. Hat Sony Computer Entertainment mit LittleBigPlanet einen Titel im Programm, der dem Genre neue Impulse verleiht? Roman Mandelc und der Ladenhüter sind da ganz unterschiedlicher Meinung. |
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