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Startbildschirm: Sechs Fragen an Benjamin Becker

Noch bevor es richtig los geht, gewähren unsere Redakteuere den Lesern einen flüchtigen Einblick in ihre Persönlichkeit - geschickt getarnt hinter sechs unscheinbaren Fragen.
Von Thomas Miller
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Benjamin Becker
Chefredakteur
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Jahrgang - oder: Es trug sich zu, als Du noch keinen Controller halten konntest
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Ich erblickte 1983 das Licht der Welt – in jenem denkwürdigen Jahr, in dem das C64 in Deutschland seinen Siegeszug antrat. Obwohl ich damals recht schnell Begeisterung für Datasette und Co. zeigte, spielte ich anfangs nur bei Freunden. Dafür konnte ich recht schnell einen Game Boy und – der Kommunion sei Dank! – einen Amiga 500+ mein Eigen nennen. Beide Geräte haben meine Kindheit entscheidend geprägt und ich freue mich auch heute noch unmäßig, wenn jemand meinen Monkey Island-Klingelton erkennt und dann auch noch die eine oder andere Schwertkampf-Beleidigung drauf hat.
Mit dem Untergang von Commodore schwenkte ich fast ausschließlich zu Nintendo über und kann heute alle gängigen Nintendokonsolen und -Handhelds mein Eigen nennen. Zwischendurch kam zudem eine Playstation One hinzu, der ich viele unvergessliche Spielstunden mit Final Fantasy VII, VIII und IX zu verdanken habe.
Mittlerweile leidet ausgiebiges privates Spielen leider häufig an akutem Zeitmangel, weswegen mir Nintendos neue Casual-Ausrichtung rein persönlich sehr entgegen kommt. Statt epischen Rollenspielen packen mich daher in den letzten Monaten verstärkt Rhythmusspiele à la Elite Beat Agents und Daigasso Band Brothers – vorrangig auf dem DS, der bei Reisen immer in der Tasche steckt. Meine alte Liebe zu Adventures und storybasierten Spielen kommt dabei dennoch nicht zu kurz, denn gottseidank gibt es ja die Phoenix Wright-Reihe, Hotel Dusk und viele weitere reizvolle Titel für unterwegs.
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Nervigste Designentscheidung in einem Videospiel
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Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber ich mag es überhaupt nicht, wenn etablierte Konzepte einer bestimmten Spielereihe bei den Nachfolgern komplett verändert werden. So habe ich mich seinerzeit ebenso über Super Mario Sunshine geärgert wie derzeit über Banjo-Kazooie: Schraube locker für die Xbox 360. Vielleicht bin ich da eher klassisch veranlagt, aber wenn mir ein Spiel wirklich gefällt, dann wünsche ich mir für den bzw. die Nachfolger im Grunde genommen nichts anderes als das gleiche Spiel mit mehr Features und Levels. Selbiges gilt beispielsweise für die neueren Final Fantasy-Teile, die mich durch die Abkehr vom rundenbasierten Kampfsystem und den verstärkten Fokus auf Online-Gaming ziemlich enttäuscht haben.
Das soll nun freilich nicht bedeuten, dass ich ein Gegner von Innovationen wäre – ganz im Gegenteil! So freue ich mich über jedes neue Spielkonzept und fühle mich hier gerade bei Nintendos Wii gut aufgehoben. Diese Innovationen möchte ich dann aber lieber in neuen Franchises verwirklicht sehen. Vielleicht auch, um mir eine gewisse nostalgische Illusion durch die Erinnerung an glorreiche Spielertage zu erhalten.
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Von welchem Videospiel Erfolg wirst du noch Deinen Enkelkindern erzählen?
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Hier fallen mit spontan drei Erfolge ein, die allesamt aus der N64-Ära stammen: So habe ich Perfect Dark komplett durchgespielt (alle Challenges geschafft, alle Cheats freigeschaltet), bis auf eine Ausnahme alle Cheats bei Goldeneye freigeschaltet (den Facility-Level auf Perfect Agent in 2:15 zu schaffen halte ich nach wie vor für unmenschlich) und das nicht zu unterschätzende Pokémon Stadium komplett durchgespielt. Letzteres fand ich aufgrund der zwingenden GBA-Connectivity damals mehr als frustrierend.
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Nachhaltigstes Spielerlebnis
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Auch hier fällt es mir schwer, mich auf ein einziges festzulegen. Sowohl Aeris‘ Tod in Final Fantasy VII (PSOne) als auch das Ende der Welt im Epilog von Terranigma (SNES) haben mich damals zu Tränen gerührt und würden es – ich gestehe – wohl immer noch tun.
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Einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Branche, bitte!
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Im Moment deutet für mich vieles darauf hin, dass die doch sehr unterschiedlichen Marktstrategien von Nintendo einerseits und Sony und Microsoft andererseits die Videospielbranche nachhaltig verändern werden. Wie genau diese Veränderungen aussehen werden, wird sich in der nahen Zukunft zeigen müssen. Denkbar wären für mich verschiedene Szenarien. So könnte ich mir einerseits vorstellen, dass Nintendo durch die neue Ausrichtung zwar traditionelle Nichtspieler anzieht und weiterhin im Bereich der Partyspiele punktet, „richtige“ Zocker allerdings zur Konkurrenz abwandern. Andererseits ist es nicht von der Hand zu weisen, dass sich Sony und Microsoft derzeit ebenfalls vermehrt an rhythmusbasierten Casual-Games versuchen. Dies könnte bei entsprechender Käuferresonanz auch bei diesen beiden Firmen zu einer stärkeren Konzentration auf bislang eher vernachlässigte Käuferschichten führen.
Wie sich der Markt letztendlich entwickeln wird, kann zum derzeitigen Zeitpunkt natürlich nur erahnt werden. Klar ist jedoch, dass die nächsten Monate und Jahre sowohl im spielerischen als auch im marketingtechnischen Sinne sehr spannend sein werden.
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Welche technologische Entwicklung hat Dich in jüngster Zeit am meisten begeistert?
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Der derzeitige google-Boom hat auch mich vollends gepackt und ich bin immer wieder fasziniert und sprachlos zugleich, wenn ich mir vor Augen führe, wie sehr sich unser heutiger Alltag von jenem vor 10 Jahren unterscheidet. Ich erinnere mich leider nicht mehr an die Quelle, aber vor einigen Wochen habe ich die These gelesen, dass der nahezu unbegrenzte Wissenszugriff, den google ermöglicht, in seiner revolutionären Wirkung vergleichbar wäre mit der Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg. Ob diese doch arg euphorische Behauptung haltbar ist, lässt sich freilich bestreiten. In ihrem Kern trifft sie jedoch ein (Glücks-)Gefühl, das ich voll und ganz teile: google ist nicht nur eine Suchmaschine, sondern durchdringt unser ganzes Leben und öffnet uns die Tür zu einer Wissenswelt, die sonst nicht einmal ansatzweise allgemein zugänglich wäre.
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| CyclePong |
Eingetragen am: |
2.07.2008 05:56 |
Author: |
Boris Piwowarsky |
Views: |
3,108 |
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SAW |
vor 199 Tagen |
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